Warnhinweis: Dieser Hinweis und der folgende Text enthalten Satire, dessen Lesen irreparable Schäden bei sauertöpfige Genderbetreiber*innen und verbiesterte Moralist*innen hervorrufen kann. Dafür wird keine Haftung übernommen.
War es früher besser? Bestimmte der Macho, wo es lang ging? Eine Bejahung wäre Selbsttäuschung. Im Laufe der Evolution entwickelten die Frauen feinste Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen, die die Mannsbilder in ihrer Überheblichkeit nicht mitbekamen. Deshalb hatten es die Mannsbilder eigentlich zu allen Zeiten schwer und versuchten, wenigstens ihre kleinen Rückzugsorte von der Weiblichkeit rein zu halten.
Hier ein Beispiel aus dem Jahre 1912.
Stets hoch gehalten hatte das Banner von Sitte, Anstand und Moral das Herzblatt des städtischen, sächsischen Mittelstandes, die „Dresdner Nachrichten“. Vor allem, wenn es darum ging, die Refugien des braven, ehrbaren, gottesfürchtigen, königstreuen und strebsamen Bürgermannes außerhalb seiner heimischen Räume vor den Widrigkeiten des Lebens zu schützen. Deshalb informierte das Blatt seine geschätzten Leser darüber, wie in der Reichshauptstadt Berlin den Sündenpfuhlen der weiblichen Einflussnahme der Garaus gemacht wurde.
Als leuchtende Empfehlung für die hiesige Dresdner Stadtverwaltung berichtete man genüsslich über eine Aktion eines Berliner Bezirksausschusses (Stadtbezirksverwaltung). Dieser entzog einer Kneipe die Konzession wegen – weiblicher Bedienung!
Bevor man zu dieser drastischen Maßnahme griff, beobachteten Ausschussmitglieder, selbstverständlich inkognito, das Treiben in diesem und anderen Etablissements, weil die Ergebnisse des Undercover-Einsatzes gesetzes- und gerichtsfest sein mussten.
Und das haben die Vor-Ort-Dienstler laut den „Dresdner Nachrichten“ herausgefunden: Diese Kneipen mit weiblicher Bedienung dienten nämlich nicht nur der Bedienung der Gäste, sondern „vornehmlich dem Zweck der Unterhaltung und vor allem der sinnlichen Anreizung der Mannsbilder durch die Weiblichkeit der Kellnerinnen“, die auch in ihrer allzu offenherzigen Kleidung zum Ausdruck komme. Sie animierten den braven Bürgersmann zum vermehrten und übermäßigen Genuss von geistigen Getränken und tranken auch noch selbst mit. Igitt, welche Impertinenz. Die inkognito anwesenden Beamten hatten selbst größte Mühen, diesen Aufdringlichkeiten der „Damen“ zu widerstehen, wie sie später bezeugten.
Und zudem dienten die Kellnerinnen auch dem Zweck der Ausbeutung. Wer jetzt meine, dass die Kellnerin durch den Wirt eventuell zu schlecht bezahlt wurde oder zu lange arbeiten musste, oder beides, dass also der sittenwidrige soziale Zustand der Arbeitsverhältnisse der Kellnerin bemängelt wurde, der irrte gewaltig. Es ging den Herrschaften des Bezirksausschusses nicht um die Ausbeutung der Frau, sondern um die … des Mannes! Nämlich „um die des unerfahrenen oder augenblicklich seiner Sinne nicht völlig mächtigen Mannesperson“, die im Alkoholrausch danieder lag.
Einen Alkoholrausch, den die Evas der lasterhaften Gastronomie fabrizierten, indem sie hinterlistig, wie stets seit den Zeiten des Rauswurfs aus dem Paradies, die nichtsahnenden unschuldigen Männer dahin brachten, das zu tun, was sie wollten, nämlich Anstand und Moral aus dem Hintern fahren zu lassen. Welch Sodom und Gomorra! Und darum muss der ehrbare und gesittete Bürgersmann unter Schutz gestellt werden! Deshalb forderten die Mitglieder des Bezirksausschusses, dass „diese Unsitten der weiblichen Bedienung mit Stumpf und Stiel auszurotten“ seien!
Unter der Rubrik „Vor 100 Jahren“ veröffentlichen wir in loser Reihenfolge Anekdoten aus dem Leben, Handeln und Denken von Uroma und Uropa. Dafür hat der Dresdner Schriftsteller und Journalist Heinz Kulb die Zeitungsarchive in der Sächsischen Landes- und Universtätsbibliothek durchstöbert.
Welch herrlicher Artikel. :-)
Und, man sieht, manche Problemlagen ändern sich nie. Die Weiber, eh. :-)