Neulich auf Instagram. Ein kurzes Video kreuzt meinen Weg. „Die haben einen Song über die Neustadt gemacht?“ steht in der Überschrift. Dazu frecher, jugendlicher Hip-Hop-Sound. „Tancred“ heißt der Künstler. Das Interesse ist spätestens nach diesen Textzeilen geweckt: „Oh, Du bunte Neustadt, Du kannst so schön dreckig sein. Das geilere Dorfleben. Alle hassen Nazis und jeder kennt hier jeden.“
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Wenige Tage später sitzt mir Anton Hiller im Lloyds gegenüber. Ein waschechtes Neustadt-Kind, nur kurzzeitig nach Ostsachsen ausgebürgert. Er lebt, studiert und wirkt nun schon seit einer Weile wieder hier im Viertel. „Eigentlich war ich schon immer kreativ“, sagt er und meint es unbescheidener als es klingt. Erste Texte hat er schon als 13-Jähriger geschrieben.
Musik machen hat mich aufgefangen
Irgendwann im Gymnasium sollte er dann ein Friedensgedicht schreiben. Anton dachte sich, warum die Reime nicht gleich auf ein paar Bässe legen. „Der Beat ist das Grundgerüst“, sagt er. Und fertig war das erste Hip-Hop-Stück. Mit 17 veröffentlichte er zum ersten Mal einen Song auf Spotify. In den Texten geht es um Politik, Gesellschaftskritik und Depressionen.
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„Dann kam Corona und ich war viel allein zu Hause, Musik zu machen, das hat mich aufgefangen“, sagt er heute. Inzwischen ist das Abi bestanden und Anton studiert, Soziologie an der TU Dresden. Reime legt er immer noch auf Basslines. „Es war und ist ein gutes Ventil“, erzählt er. Das Feedback war gut, also hat er immer weiter gemacht.
Vorbilder? „Vielleicht Materia, Nina Chuba finde ich gut und auch Waving the Guns“, beschreibt er die Vielfalt seiner Einflüsse. Erste Auftritte folgten, vor der Scheune und beim Hechttag. „Die größte Bühne hatte ich beim Sankt Pieschen, das war schon ziemlich geil“, sagt er. Inzwischen ist auch schon ein Video entstanden, gedreht mit Freunden.
Seit dieser Woche ist nun auch die dritte EP fertig produziert: „Die Welt & Ich“ heißt sie und beinhaltet acht Songs. Die gibt es allesamt auf Spotify und auf Youtube. Und wie es sich für eine Neuveröffentlichung gehört, gibt es auch ein Konzert dazu. Die Record-Release-Party ist am Sonnabend, 1. März im Club Koralle.
Tancred
- Record-Release-Party, 1. März ab 21.30 Uhr, Club Koralle, Rothenburger Straße 30, 01099 Dresden
- Tancred auf Spotify, Instagram und Youtube.
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Ist ja voll die krasse Hip Hop Location das LLoyds. Es entsteht gerade ein wenig der Eindruck als wäre der junge Mann ein wenig ambivalent und somit nicht unbedingt glaubwürdig. So Sorry: Netter Werbegag!
Die alten Herren auf dem Balkon haben eben überhaupt keine Ahnung. Aber schön erstmal die Klappe aufreißen.